Vierzeiler zum verstehen der Sprache in der
Lausitz von
,,Otto Lukas"
Wenn dir was Gut`s nicht munden will,dann bist du ,,mäglig",
und nörgelst du, hältst nie die ,,Gusche" still,
dann bist du ,,kräklig",
Wer, schüchtern, nicht zu sprechen wagt und sich vom Reden drückt,
der hat hochdeutsch kein Wort gesagt; bei uns heißt`s: ,,nischt epickt".
P - f gibt`s im Wortinnern nicht; sprich ,,Zeppe", ,,Treppe", ,,Kneppe"!
,,Die Karpe" gibt ein gut Gericht. Die Korken heißen ,,Preppe".
Kartoffeln gibt`s zu jeder Frist als ,,Knullen", ,,Knedel", ,,Knudel",
und was sonstwo ein Ruder ist, das ist bei uns ein ,,Rudel".
Schöne Lausitz
Schöne Lausitz,
du meiner Heimat Flur,
du, der Sorben Väter Land,
meiner Träume Paradies,
Heilig sind mir deine Fluren!
Mög die Zukunft
uns froh erblühen!
Möge einst sie schenken uns
Männer, die dem Volke sind
Würdig ewigen Gedenken!
Korla Awgust Kocor und Handrij Zejler, 1827
Sorbische Volksweisheiten
Vergangene Zeiten lehren unsere Zeit.
Die Lehre der Mutter macht das Herz golden.
Goldene Berge liegen hinter der Welt.
Iß dein Brot und hoffe nicht auf fremden Kuchen!
Berge gehen niemandem aus dem Wege.
Eine Rose ist noch kein Kranz.
In fleißiger Hand wächst Brot.

Gletschersterben???