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Katzensprünge in der Lausitz

Heute geht es nach HERRNHUT mit dem Wappen
Es waren Menschen aus Böhmen und Mähren, die ihres evangelischen Glaubens wegen ihre Heimat verlassen mußten.
Einst waren hier nur Wald und Wiesen des Rittergutes Berthelsdorf, die Nikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf gehörten. Er hatte den Flüchtlingen Land gegeben, damit sie sich eine neue Heimat schaffen konnten. An der Stelle, wo der erste Baum für das Bauholz gefällt wurde, steht heute ein Gedenkstein im Wald. Zinzendorf lehrte, daß man Gottes Wort nicht nur predigen sollte, sondern auch danach leben müßte. Die Menschen nannten sich fortan «Brüdergemeine», und ihre Kirche hieß «Gemeinhaus».
Nur wenige Jahre später zogen die Herrnhuter in die Welt und legten in Südamerika, in Afrika, in Tibet und auf Grönland Missionen an, verbreiteten ihre Lehre und halfen den Bewohnern in vielen Dingen. Herrnhut selbst war stets der Mittelpunkt ihrer Tätigkeit geblieben. Die Herrnhuter Missionare brachten aus den fremden Ländern viele interessante Gegenstände mit, die heute im Museum für Völkerkunde zu sehen sind.
Allmählich war Herrnhut zu einer kleinen Stadt angewachsen, in deren Mittelpunkt der Zinzendorfplatz liegt. Neben dem Gemeinhaus waren der Vogtshof, das Schloß sowie die Chorhäuser der Witwen und der ledigen Brüder und Schwestern erbaut worden. An den geraden Straßen, die sich im rechten Winkel schneiden, sieht man, daß die Stadt ganz planmäßig angelegt worden ist. Obwohl im zweiten Weltkrieg zahlreiche Gebäude zerstört wurden, die bis heute nicht alle wieder aufgebaut werden konnten, hat doch Herrnhut viele großartige Sehenswürdigkeiten.
Auf dem Gipfel des Hutberges erhebt sich der runde Altan als Aussichtspunkt. Von hier aus sind weite Teile der Oberlausitz zu überschauen. In der Ferne stehen die Gebirge am Himmel, und zu Füßen breitet sich die Stadt in ihrer schönen freundlichen Landschaft aus.